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Gemeinsame Verantwortung für die Gleichstellung der Frau

Nicole Schmitt, Frauen- und Gleichstellungsbeauftragte Kreis Bergstraße, im Interview

Auf den ersten Blick ist die Gleichstellung der Geschlechter auf einem guten Weg sowohl im beruflichen als auch im privaten Bereich. Doch es bedarf weiterer konstruktiver Rahmenbedingungen und gesellschaftlicher Initiativen, um die Herstellung der Chancengleichheit weiter zu fördern. Nicole Schmitt, Frauen- und Gleichstellungsbeauftragte Kreis Bergstraße, sieht bei verschiedenen Themen noch großen Handlungsbedarf. 

Wo sehen Sie aktuell Ihre Tätigkeitsschwerpunkte als Frauen- und Gleichstellungsbeauftragte des Kreises?

Nach dem Hessischen Gleichberechtigungsgesetz bin ich intern in der Kreisverwaltung für alle Kolleginnen und Kollegen zuständig und somit Ansprechperson. Ich begleite intern alle organisatorischen, personellen und sozialen Maßnahmen mit Gleichstellungsrelevanz. Dies betrifft beispielsweise Themen wie Vereinbarkeit von Beruf, Familie und Pflege, Homeoffice und mobiles Arbeiten, Führen in Teilzeit oder Führen auf Distanz.

In Zukunft wird auch das Thema Personalgewinnung eine große Rolle spielen: Wie können gezielt Frauen in unterrepräsentierten Bereichen oder für Führungspositionen angesprochen werden oder wie kann ein guter Wiedereinstieg nach der Familienzeit gelingen, so dass Frauen die Möglichkeit bekommen, wieder früher in den Beruf einzusteigen oder auch Väter für die Elternzeit zu gewinnen. Was den externen Bereich nach der Hessischen Kreisordnung angeht, sind nach wie vor Themen wie Herstellung der Chancengleichheit für Frauen in allen Lebensbereichen, Ermöglichung der gleichberechtigten Teilhabe von Frauen und Männern an Familien- und Pflegeaufgaben, Gewalt gegen Frauen und Mädchen Schwerpunkte. 

Welches sind die größten Herausforderungen, denen Sie in Ihrem Arbeitsalltag begegnen?

Frauen und Männer sind nach wie vor in vielen Bereichen immer noch nicht gleichberechtigt. Diese Tatsache wir oft gar nicht (auf den ersten Blick) gesehen oder wahrgenommen. Hier gilt es immer wieder zu argumentieren, um die Benachteiligung aufzuzeigen und letztendlich geeignete Maßnahmen zu etablieren, gute Rahmenbedingen zu schaffen.

Gibt es Projekte, die Ihnen besonders am Herzen liegen?

Die Auswirkungen durch Benachteiligungen treffen manche härter als andere. Gerade Gruppen wie beispielsweise Alleinerziehende oder Personen, die Angehörige pflegen sind oft stark oder doppelt belastet. Hier braucht es mehr Unterstützung. Frauen, die in Gewaltbeziehungen leben oder Gewalt erfahren haben, dürfen damit nicht alleine bleiben. Es ist wichtig, dass ihnen ein gutes Hilfesystem zur Verfügung steht. Daher liegt es mir am Herzen, dass wir gemeinsam, als Gesellschaft, auf die Beseitigung jegliche Benachteiligung hinwirken.  

Wie arbeiten Sie mit den Kolleginnen in den Kommunen zusammen?

Wir arbeiten auf interkommunaler Ebene eng zusammen, tauschen uns regelmäßig aus und bringen Projekte gemeinsam voran. Die Netzwerkarbeit spielt in unserer Arbeit eine wichtige Rolle.

 

 

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Frauen- und Gleichstellungsbeauftragte im Kreis Bergstraße

Gesetzliche Grundlage:

Die Aufgabe von kommunalen Frauen- und/ oder Gleichstellungsbeauftragten ist, die in Artikel 3, Abs. 2 des Grundgesetzes verankerte Gleichstellung von Frauen und Männern auf Gemeinde- oder Kreisebene voranzutreiben.
In Hessen wird diese Aufgabe zusätzlich durch den § 4b der hessischen Gemeindeordnung (HGO) für die Kommunen und in §4a der hessischen Landkreisordnung für den Landkreis geregelt.
Das Hessische Gesetz über die Gleichberechtigung von Frauen und Männern und zum Abbau von Diskriminierungen von Frauen in der öffentlichen Verwaltung (Hessisches Gleichberechtigungsgesetz – HGlG) regelt außerdem die Aufgaben für den internen Verwaltungsbereich.

Aufgaben und Leistungen:

Für die Menschen im Kreis Bergstraße nach der Hessischen Landkreis- und Gemeindeordnung

• Anlaufstelle für Mädchen und Frauen in allen Lebenslagen
• Vermittlung an Fachberatungsstellen
• Hilfe zur Selbsthilfe
• Mitarbeit in Arbeitskreisen, Netzwerken
• Öffentlichkeitsarbeit
• Bereitstellen von Informationsmaterial
• Kooperationen mit Einrichtungen der gesamten Region

Intern für die Beschäftigten der eigenen Verwaltung nach dem Hessischen Gleichberechtigungsgesetz (HGIG)

• Verwirklichung der Chancengleichheit von Frauen und Männer
• Verbesserung der Vereinbarkeit von Beruf und Familie von Frauen und Männer
• Beseitigung bestehender Unterrepräsentanz von Frauen im öffentlichen Dienst

Somit wirkt die Frauen- und Gleichstellungsbeauftragte bei allen personellen, organisatorischen und sozialen Maßnahmen der Verwaltung mit, die Auswirkungen auf die Gleichberechtigung der Geschlechter haben.

Kontakte:

Büro für Frauen und Gleichstellung Kreis Bergstraße
Nicole Schmitt
Tel.: 06252/15-5325
Mail: frauenbuero@kreis-bergstrasse.de
www.kreis-bergstrasse.de/landkreis-politik/kreisverwaltung/frauen-und-gleichstellungsbuero/

Frauen- und Gleichstellungsbeauftragte Stadt Lampertheim
Tel.: 06206/935 301
E-Mail: sonja.niederhoefer@lampertheim.de
www.lampertheim.de

Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Viernheim
Tel. 06204-988-361
E-Mail: mlauxen-ulbrich@viernheim.de
www.viernheim.de/leben-bauen-bildung/viernheim-fuer/gleichstellung.html
Schwerpunkte: Frauen & Arbeit, Migration & Integration, Vereinbarkeit von Beruf & Familie/Pflege, Mädchen & Jungen, Schutz vor Gewalt, Selbsthilfe & Unterstützung, mehr als zwei Geschlechter – LSBTIQ

Frauenbüro der Stadt Bensheim – Marion Vatter – externe Frauenbeauftragte, Tel. 06251/856003
Email: frauenbuero@bensheim.de
www.bensheim.de/

Frauen- & Gleichstellungsbeauftragte Stadt Bürstadt
Tel. 06206 701147
Email: gerasimoula.grigoraki@buerstadt.de
www.buerstadt.de

Gleichstellungsbeauftragte Stadt Heppenheim
E-Mail: gleichstellungsbeauftragte@stadt.heppenheim.de
www.heppenheim.de/rathaus-politik/stadtverwaltung/fachbereiche/gleichstellungsbeauftragte/

Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Lorsch
Dr. Doreen Allerkamp
Tel. 06251/5967 209
E-Mail: gleichstellungsbeauftragte@lorsch.de
www.lorsch.de