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Digitale Führung in Zeiten von Home Office: 6 Tipps

Digital führen ist unmöglich! Diese Aussage hätte vielleicht im letzten Jahr noch einige Fragezeichen hervorgerufen. Wie auch du dein virtuelles Team optimal führen kannst, verrate ich dir in diesem Artikel.

Was für viele 2020 noch unvorstellbar war, ist mittlerweile zur Realität geworden: Große und kleine Unternehmen arbeiten heute im Home-Office und das sogar sehr effektiv. Virtuelle Führung gelingt, wenn man einige Dinge beachtet und sich als Führungskraft offen und agil zeigt.

Die Digitalisierung ist auch in den Führungsebenen unaufhaltsam und wurde durch die Corona-Krise noch beschleunigt. Was für viele 2020 noch unvorstellbar war, ist mittlerweile zur Realität geworden: große und kleine Unternehmen arbeiten im Homeoffice. Diese Umstellung bringt nicht nur technische Besonderheiten mit sich, sondern stellt auch die gesamte Führungsriege vor nie dagewesene Herausforderungen. Vielen Unternehmen stellen sich die Frage, ob und wie digitale Führung gelingen kann.

Bevor wir diese Frage genauer beleuchten und ich dir 6 konkrete Tipps gebe, worauf es zu achten gilt, kurz vorweg: Virtuelle Führung ist vielleicht etwas anders als die Führung vor Ort, aber sie kann gelingen!

6 Tipps wie virtuelle Führung gelingt

Dein Team ist im Home-Office? Kein Problem! Damit deine digitale Führung ein Erfolgskonzept wird, gilt es die folgenden Punkte zu beachten:

1. Vertrauensvorschuss einräumen und Struktur geben

Vertrauen ist die Voraussetzung dafür, dass du und dein Team die neuen Herausforderungen gut meistern können. Du darfst darauf vertrauen, dass deine MitarbeiterInnen genauso fleißig sind wie vorher. Es liegt an dir, die Kontrolle herunterzufahren und deinen MitarbeiterInnen diesen Vertrauensvorschuss zu geben.  Damit ihr eine gemeinsame Vertrauensbasis schafft, sind vor allem zu Beginn ein regelmäßiger, offener und transparenter Austausch sowie eine klare Struktur unerlässlich.

2. Gemeinsame Team-Leitlinien erarbeiten

Um als Führungskraft auch in der virtuellen Führung einen Vertrauensvorschuss geben zu können, sollten die Prozesse und die Zusammenarbeit so klar wie möglich geregelt sein. Das bedeutet natürlich nicht, dass Freiräume nicht ebenso notwendig sind. Generell bieten gemeinsam gestaltete Leitlinien einen guten Rahmen für die Zusammenarbeit im Team. So kann sich jedes Teammitglied einbringen und es herrscht ein soziales Commitment. Diese Leitlinien sollten neben generellen Fragen zur Erreichbarkeit auch die gewünschten Antwortzeiten auf Nachrichten sowie Kommunikationsregeln und grundlegende Meeting-Routinen enthalten. 

3. Ergebnisorientiertes Arbeiten

Die Arbeit im Home-Office ermöglicht es dir und deinen Mitarbeitenden, ihre Arbeitszeit theoretisch frei einzuteilen. Damit dies auch praktisch funktioniert, sind Teamleitlinien und ein generelles Umdenken gefragt. Wichtig ist nicht mehr, wer wie lange arbeitet, sondern welches Ergebnis erzielt wurde. Gemeinsam solltet ihr Tages-, Wochen- und Monatsziele erarbeiten und diese regelmäßig überprüfen. So findest du mit deinen MitarbeiterInnen die optimale Auslastung und ermöglichst produktives Arbeiten.

4. Gute Rahmenbedingungen schaffen 

Damit dein Team im neuen Arbeitsumfeld 100% geben kann, bedarf es optimaler Rahmenbedingungen. Dies beinhaltet die technische Infrastruktur, die Schulung der technischen Kenntnisse und die Ermächtigung zur Selbstorganisation. Einige MitarbeiterInnen wissen beispielsweise noch nicht, wie sie sich im Homeoffice selbst organisieren können oder wie die neuen Tools funktionieren. Hier bist du als Chef umso mehr gefragt, Unterstützung und Hilfe zur Selbsthilfe in Form von Schulungsvideos, Arbeitsgeräten und klarer Aufgabenstellung zu bieten.

5. Klare Kommunikation und flexibles Handeln

Einer der wichtigsten Tipps für das Gelingen von digitaler Führung ist die eigene Klarheit verbunden mit einer agilen Grundhaltung. Als Führungskraft darfst und sollst du klar und transparent kommunizieren, welches Ziel du verfolgst und welche Maßnahmen gerade genutzt werden. Sollte etwas nicht funktionieren, darf ganz im Sinne der Agilität ein alternativer Weg eingeschlagen werden. Die Situation ist für alle neu und auch Führungskräfte dürfen „Fehler“ machen. Wichtig ist es, offen dazu zu stehen, den Austausch mit dem Team zu suchen und keine falschen Versprechungen zu machen. Teile klar mit: „Was ist geplant? Wo sind die Herausforderungen? Wo bestehen noch Unklarheiten? Und was sind Lösungsansätze?“. Du wirst sehen, dass deine MitarbeiterInnen ihr Know-How und ihre Kreativität gerne mit einfließen lassen.

6. Austausch, Austausch, Austausch

Gerade jetzt, wo die zufälligen Begegnungen in der Kaffeeecke oder am Mittagstisch fehlen, ist es wichtig, sich mit seinen Kollegen und Mitarbeitern auszutauschen.  Was man früher so ganz nebenbei erfahren hat, das muss man sich nun proaktiv im Onlineaustausch holen. Hier ist mehr denn je das Gespräch mit den KollegInnen, den MitarbeiterInnen, dem Chef und der Chefin gefragt. Zu leicht schleichen sich Missverständnisse. E-Mail-Kommunikation ist gut und wichtig. Es geht oft schneller, eine Mail zu schreiben, aber sie ersetzt das persönliche Gespräch nicht. Menschen wollen sich austauschen und dafür ist das persönliche Gespräch notwendig und eine gute Kamera ebenso.

Fazit:

Digitale Führung unterscheidet sich nur punktuell von der Führung vor Ort. Als Führungskraft geht es daher nicht zwangsläufig darum, wo dein Team sitzt, sondern wie sicher und agil du es führst. Die Welt unterliegt einem stetigen Wandel und so auch die Unternehmens- und Führungskultur. Um heute eine gute Führungskraft zu sein, benötigst du vor allem Klarheit über dich selbst. Ein breites Repertoire an agilen und passenden Führungsmethoden sowie hohe Kommunikationskompetenz helfen dir zudem bei präsenter und virtueller Führung enorm.

Eine gute Führungskraft führt situativ und verwendet je nach Situation unterschiedliche Führungsstile, um sich optimal auf die Mitarbeitenden einzustellen.

Carola Frank

ist Gründerin und Geschäftsführerin der Perso-Consult GmbH seit 2002. Sie berät mittelständische und Großunternehmen in den Bereichen Führungskräfteentwicklung, Führungskommunikation, Leitbildentwicklung und führt Individual- und Gruppencoachings durch.
Managementcoaching & Potenzialentwicklung
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